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"Gewöhnliche" Bohnen

Einkauf

An einem kalten Wintertag war ich am Einkaufen in der Migros. Da lachten mich frische Bohnen an. Ohne lange nachzudenken, legte ich sie ins Einkaufswägeli. Am nächsten Tag fing ich mit der Zubereitung an. Dabei fiel mein Blick aufs Verkaufs-Etikett:

 

Ups, da stand: «Herstellland Marokko»!

Woher kommt der Einkauf?

Eigentlich achte ich meist auf saisonales Einkaufen. Bei den Bohnen hatte ich das ausgeblendet. Regional konnte man das ja kaum bezeichnen, grins!

 

Dann schweiften meine Gedanken zu den «Herstellern» in Marokko… 

Marokko: Ein Land, das ich schon längst gern einmal besucht hätte...

Es ist jetzt dort warm, so dass feine, zarte, grüne Bohnen wachsen. Ich begann mir vorzustellen, wie das Feld aussieht, auf dem sie grün und satt wuchsen und die Landschaft rundherum.

Die Bohnen: Wer hatte sie wohl gepflückt?

Eine Frau? Wie sah sie aus? Hatte sie bunte Kleider an oder ganz einfach Jeans? Wahrscheinlich mussten die PflückerInnen auch einen Mundschutz tragen? Um welche Zeit waren sie am Pflücken? Wie viele Menschen waren auf dem Feld? Ich sah geschickte Hände vor mir, die die Stauden nach dem Gemüse absuchten. Sangen sie bei ihrer anstrengenden Arbeit? Oder war es am Ende doch nur eine Maschine, die schnell über die Felder raste?

Die Bohnen und ihre Ernte wurden immer lebendiger vor meinen inneren Augen. Ich befand mich auf einer Reise. Einer Reise zu den Menschen, die mir heute Bohnen zum Mittagessen schenkten. Hatten sie selber so etwas Feines zu essen, oder waren sie «Billigarbeiter», die kaum existieren konnten?

 

Ich verarbeitete nun die Bohnen mit einem neuen Blickwinkel! So schickte ich einen Dank an die Menschen, die mir diesen Leckerbissen ermöglichten.

Nur ein Lebensmittel - Bohnen?
Zwar konnte ich nicht selber ins geheimnisvolle, wunderschöne Land, aber die Bohnen wurden plötzlich mehr als NUR ein Lebensmittel. Sie zeigten mir eine Geschichte. Wenn sie Augen, Ohren und einen Mund gehabt hätten, was hätten sie wohl alles zu berichten gewusst? Solch ein «lebendiges» Mittagessen mit dem Duft aus einem gedanklichen Gang durch einen orientalischen Markt, anders gebauten Häusern und wunderschönen Landschaften hatte ich schon lange nicht mehr! 

Und nach dem Essen?

Tja, ich kam von einer weiten Reise zurück, nachdem ich fertig gegessen hatte. Ich war gestillt von Fernweh und hatte ein Festessen genossen. So schön: Darf ich mich so verwöhnen lassen von Menschen rund um den Globus mit deren Erzeugnissen, die in die Schweiz kommen. Ohne wirklich fort zu reisen, verbindet mich etwas mit ihnen, ich werde beschenkt, und das mit «gewöhnlichen» Bohnen!

Schlaraffenland Schweiz

Oder sind sie gar nicht so «gewöhnlich»? Wie lange ist es schon möglich, dass Europa Kostbarkeiten per Flugzeug erhält zu erschwinglichen Preisen für jedermann?

 

Eigentlich leben wir im Schlaraffenland unbegrenzter Essfreuden aus aller Welt!

Bohnen-Schmunzel-Ecke

Warum essen Ostfriesen so viele Bohnen?

Damit sie auch einmal einen Ton von sich geben können.

 

«Und was machst du jetzt so?»
«Personal urban gardening.»

«Bist du auf dem Nachhaltigkeitstrip?»
«Wieso? Ich habe Bohnen in den Ohren und Tomaten auf den Augen.»

Alles Liebe und viele genussvolle, gute, verträumte, wohltuende Momente und (Gedanken)-Reisen und nachfolgend noch zwei Videos für dich!

Irene Hunziker

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Reise in die Welt! Genuss pur!
20210127_121731_324698256717047.mp4
MP3 Audio Datei 15.6 MB
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Schmunzelpartie für dich! Garantierter Lacher!
VID-20210124-WA0000.mp4
MP3 Audio Datei 7.0 MB

VORANZEIGE

Einladung zur Buchpräsentation

 

Der steinige Pfad ins Licht (2. Buch)

 

Mittwoch, 19. Mai 2021

Bödelibibliothek, Marktgasse 4, 3800 Interlaken

Beginn um 19.30 h Uhr


Umrahmung mit Musik und Bildern aus dem Haslital und den Handlungsorten des Buches

Alle sind herzlich eingeladen!